Geträumt
Station 7: Vyšší Brod/Hohenfurth
Es wird erzählt, dass Bernhard von Clairvaux, ein erster Mönch des Zisterzienserordens, in seiner Kindheit einmal von der Geburt Jesu geträumt hat.
Meditationstext zum Anhören
Meditationstext für den Weg
nach Vorderweißenbach
Welcher „Lebenstraum“ erfüllt mich?
Wodurch ist er schon enttäuscht worden?
Welchen Traum könnte Gott von mir haben?
Die Weiten der Landschaft auf dem Pilgerweg laden mich beim Dahingehen zum Träumen ein. Ich denke über meine Zukunft nach und darüber, welche Ziele ich in meinem Leben noch verwirklichen möchte. Das Kloster Hohenfurth hat Höhen und Tiefen erlebt. Zisterziensermönche aus Wilhering haben es erstmals besiedelt. Die Nationalsozialisten und die Kommunisten haben es aufgehoben. Doch zu Beginn der 1990er-Jahre regte sich neues Klosterleben. Nach und nach werden die Gebäude restauriert. Was löst dieser Satz in mir aus? In der Hoffnung auf ihn lässt Gott mich nicht zugrundegehen.
Wie weit nördlich das Stift Wilhering mit seinen Mönchen gekommen ist, belegt das Zisterzienserstift in Vyssi Brod, vormals Hohenfurt. Wok von Rosenberg hat das Kloster 1259 gestiftet. Man erzählt, aus Dankbarkeit für seine Errettung aus den Fluten der nahen Moldau. Die Rosenberger waren das beherrschende Adelsgeschlecht der Gegend, deren Spuren in vielen Orten noch sichtbar sind, man achte auf die fünfblättrige Wappenrose. Bis ins 17. Jahrhundert prägte der Konvent die Region geistlich und wirtschaftlich. Hussitenkriege, Brände und Josephinische Reformen überstand die Gemeinschaft. Die Linzer Gestapo hob das Kloster allerdings 1941 auf und machte es zum Lager deutscher Umsiedler. Ein kleiner Konvent kehrte 1945 zurück. 1948 emigrierte der letzte Abt ins niederösterreichische Zisterzienserstift Zwettl. Das kommunistische Regime nutzte das Kloster einige Jahre als Quartier für Armee und Grenzpolizei, ehe es verfiel. Nach der Wende 1989 kam eine neue Blüte. Das Kloster wird Stück um Stück renoviert, gilt seit 1995 als nationales Kulturdenkmal und ist wieder zugängig. Eine kleine Gemeinschaft von Zisterziensern erweckt die Spiritualität des Ortes neu. Sehenswert: die gotische Kirche, der Kreuzgang, der Kapitelsaal die barocke Bibliothek. Zu den wertvollen Kunstschätzen zählen ein goldener Abtstuhl, Gemälde, die Hohenfurther Madonna und das Zavis-Kreuz. Im Stiftsareal lohnt auch ein Postmuseum den Besuch. An der Furt über die Moldau, der der Ort seinen Namen verdankt, traf man in früheren Zeiten Kaufleute und Reisende. Heute tummeln sich im Sommer Boote auf dem malerischen Fluss.