Audioguides

Hören Sie auf Ihren Weg

Tauche tiefer in deine Pilgerreise auf dem Wilheringer Weg ein mit unseren exklusiven Audioguides.

Station 1 Wilhering

GESEGNET

Der Name des Ordensgründers Benedikt heißt übersetzt „der Gesegnete“.

Womit bin ich in meinem Leben gesegnet?
Für wen möchte ich auf meinem Pilgerweg in besonderer Weise um Segen bitten?
Für wen kann ich ein Segen sein?

Meditationstext für den Weg nach Puchenau

Ich lasse die Stimmung, die von diesem Ort ausgeht, wirken. Ich nehme mir Zeit und spüre in mich hinein. Ich atme einige Male tief durch und nehme mich bewusst wahr. Wie bin ich am Beginn meiner Pilgerwanderung mit meinem Körper, meinem Geist, meiner Seele anwesend? Ich lasse Ruhe in mich einkehren. Ich entzünde ein Licht und beginne vertrauensvoll meinen Weg.

Station 2 Puchenau

GESAMMELT

Bevor Benedikt ein Kloster gründete, zog er sich in Subiaco, östlich von Rom, als Einsiedler in eine Höhle zurück. Dort „wohnte er bei sich selber vor dem Angesicht Gottes“.

 

Was hindert mich oft daran, bei mir selbst zu „wohnen“?

Was hilft mir, mit mir selbst im Einklang zu sein?

Wo erlebe ich die Gegenwart Gottes?

Meditationstext für den Weg nach Eidenberg

Ich suche mir auf dem kommenden Weg nach Eidenberg eine Stelle, von der aus ich auf die Donau blicken kann. Der Fluss hat zwei Ufer, eines liegt für mich jenseits des Wassers und eines auf meiner Seite. Manchmal oder auch öfter bin ich nicht bei mir, sondern auf der „anderen Seite des Flusses“. In der Hektik des Alltags, herausgefordert von eigenen oder fremden Ansprüchen, lasse ich mich mitreißen. Ich blicke auf dieses Wunder Donau: Wasser, gesammelt aus der Tiefe der Erde, entspringt in der Quelle, wird zum Bach, zum Fluss, ist 2.850 km unterwegs. Sie wird  angereichert mit vielen anderen Flüssen, bis sie ins Meer mündet und den Kreislauf des Wassers schließt. Ich erlebe Gottes großartige Schöpfung.

Station 3 Eidenberg

GEREIFT

Die ersten Versuche von Benedikt, eine Mönchsgemeinschaft zu leiten, scheiterten.

Wobei bin ich in meinem Leben schon gescheitert?

Habe ich erlebt, dass an den Bruchlinien des Lebens Neues entstehen kann?

Welche Pläne, die das Leben durchkreuzt hat, möchte ich Gott anvertrauen?

Meditationstext für den Weg nach Geng

Werden und Vergehen, Ende und Neubeginn kann ich auch in der Natur erleben. Gehe ich durch den Wald, nehme ich zum Beispiel Spuren vergangener Stürme wahr. Auf Totholz entdecke ich neue, junge Pflanzen. Aus Kahlstellen  sprießt es wieder. Auch in meinem Leben ist vieles nicht immer glattgegangen. Brüche, Scheitern, Abschiede machen mir zu schaffen. Und doch kann mit der Zeit manches verwandelt werden. Neues wächst. Der Musiker Leonard Cohen singt: “There is a crack in everything. That’s how the light gets in.” „Es gibt in allem einen Riss. So kommt Licht hinein.“ 

Station 4 Geng

GEHÖRT

In der Ordensregel des heiligen Benedikt heißt es: „Höre, mein Sohn, auf die Weisung des Meisters, neige das Ohr deines Herzens.“

Welche Erfahrungen habe ich mit dem Hören auf Menschen, Natur und Gott?

Was behindert ein Hören, das wahrnimmt?

Was hilft, um richtig zu hören?

 

Meditationstext für den Weg nach Zwettl

Das erste Wort der Regel des Hl. Benedikt ist ein Aufruf zum Hören. Das kann ein wichtiger Hinweis sein in einer  lauten Zeit, die uns oft taub für die innere Stimme macht. Aus dem rechten Hören aufeinander erwächst der Gehorsam. So sagt es der Hl. Benedikt. Im Unterwegssein konzentriere ich mich an diesem Tag auf das Hören. Was nehme ich wahr? Vogelgezwitscher, den Wind, Laub, das unter meinen Füßen raschelt, einen Menschen, der mich  anspricht. Dabei spüre ich in mich, was diese Töne und Geräusche in mir auslösen.

Station 5 Zwettl

GEMÄSSIGT

„Nichts steht so im Gegensatz zu einem Christen wie Unmäßigkeit.“ Das lesen wir in der Regel des hl. Benedikt.

Wo ist in unserer Welt und in meinem Leben das rechte Maß verloren gegangen?

Was ist mein Auftrag als Christ, die Schöpfung zu bewahren?

Was fällt mir ein, wo Verzicht eine Bereicherung sein kann?

Meditationstext für den Weg nach Bad Leonfelden

Ein großes Anliegen ist für den Hl. Benedikt das rechte Maß in allem. Jede Zeit neigt zur Maßlosigkeit, auch unsere. Denken wir nur an unsere Beziehung zur Schöpfung. Die Suche nach dem rechten Maß ist ein wichtiger Impuls für uns. Ich beobachte im Weitergehen mein eigenes Tempo. Dabei überlege ich, was und wie viel ich in meinem Rucksack mittrage. Welche Ansprüche habe ich an Wege, Herbergen, Verpflegung? Weiter blicke ich auf die Landschaft, die mich umgibt. Was ist noch ursprüngliche Natur? Was haben Menschen verändert? Diese Fragen bewegen mich.

Station 6 Bründlkirche Bad Leonfelden

GEMEINSAM

„Die Mönche sollen einander in gegenseitiger Achtung zuvorkommen.“ Was in der Regel des hl. Benedikt formuliert ist, gilt für alle Menschen.

Was sind für mich Freude und Last eines Lebens in Gemeinschaft?

Was trage ich zu einer Gemeinschaft bei?

Wo werde ich von anderen unterstützt?

 

Meditationstext für den Weg nach Hohenfurth

Am Vorplatz der Bründlkirche in Bad Leonfelden und am folgenden Weg beobachte ich die Bäume: Manche stehen allein, aufrecht, sie breiten sich in Fülle aus, ihre Form ist klar ausgeprägt, allerdings sind sie mehr als andere den Winden ausgesetzt. Andere wachsen eng beisammen, fast ineinander, einige ergänzen sich, andere behindern sich in ihrer Entwicklung. Nachdenklich stelle ich eine Verbindung von den Bäumen zu meinen eigenen Beziehungen her.

Station 7 Hohenfurth

GETRÄUMT

Es wird erzählt, dass Bernhard von Clairvaux, ein erster Mönch des Zisterzienserordens, in seiner Kindheit einmal von der Geburt Jesu geträumt hat.

Welcher „Lebenstraum“ erfüllt mich?

Wodurch ist er schon enttäuscht worden?

Welchen Traum könnte Gott von mir haben?

 

Meditationstext für den Weg nach Vorderweißenbach

Die Weiten der Landschaft auf dem Pilgerweg laden mich beim Dahingehen zum Träumen ein. Ich denke über meine Zukunft nach und darüber, welche Ziele ich in meinem Leben noch verwirklichen möchte. Das Kloster Hohenfurth hat Höhen und Tiefen erlebt. Zisterziensermönche aus Wilhering haben es erstmals besiedelt. Die Nationalsozialisten und die Kommunisten haben es aufgehoben. Doch zu Beginn der 1990er-Jahre regte sich neues Klosterleben. Nach und nach werden die Gebäude restauriert. Was löst dieser Satz in mir aus? In der Hoffnung auf ihn lässt Gott mich nicht zugrundegehen.

Station 8 Vorderweißenbach

GERUFEN

Zusammen mit anderen Gefährten trat Bernhard von Clairvaux, ein junger Adeliger, in das erste Zisterzienserkloster im französischen Citeaux ein.

Was ist die Berufung meines Lebens?

Wo decken sich Beruf und Berufung?

Höre ich einen Ruf Gottes in meinem Leben?

 

Meditationstext für den Weg nach Traberg

Im Innenhof des Pfarrhofes in Vorderweißenbach plätschert ein künstlerisch gestalteter Brunnen. Wasser bewegt. Es trägt unzählige Informationen in sich, es reinigt, löscht den Durst. Ohne Wasser existiert kein Leben. Durch Wasser bleibt etwas im Fluss. Vielleicht höre ich hier den Ruf, zu den Quellen des Lebens zu gehen. „Alle meine Quellen entspringen in dir, mein Gott.“ So lautet der Schlussvers des 87. Psalms. Vor dem Bild „Maria Verkündigung“ im Innenhof des Pfarrhofes von Vorderweißenbach kann ich zu den Fragen des Pilgerweges meditieren.

Station 9 Traberg

GEHALTEN

„Kein weiter Weg, sage ich, wird dir gezeigt: Geh nur in dich und begegne dort deinem Gott!“ So lautet eine Weisung des hl. Bernhard.

Wo finde ich Halt in meinem Leben?

Kann ich Stille aushalten?

Welche Bedeutung hat die Heilige Schrift für mich?

Meditationstext für den Weg nach Waxenberg

Ich hebe unterwegs einen Stock auf, umgreife ihn, halte ihn fest in meiner Hand und fühle die Stärke dieses Holzes. Das lasse ich eine Weile auf mich wirken. Die Landschaft des oberen Mühlviertels lädt mich ein, in mich zu gehen, Gedanken zurückzulassen und mich von der Natur beschenken zu lassen. Heute muss ich nichts müssen. Ich darf einfach so sein, wie ich bin. Einfach sein. Ich lasse mich gehen.

Station 10 Waxenberg

GELIEBT

"Offen liegt die barmherzige Liebe unseres Gottes, in der er uns besucht hat als das aufstrahlende Licht aus der Höhe.“ Damit kündet im Lukasevangelium Zacharias, der Vater Johannes des Täufers, die bevorstehende Geburt Jesu an.

Wo erfahre ich Liebe in meinem Leben?

Wie gebe ich Liebe weiter?

Was heißt für mich Liebe?

Meditationstext für den Weg nach Oberneukirchen

Der Hl. Bernhard spricht unermüdlich von der Liebe Gottes und von der Antwort des Menschen darauf. Gottes Liebe zu den Menschen ist barmherzig. Gott liebt sie durch das Leid hindurch. In meiner Umgebung suche ich Lichtquellen: Sonnenstrahlen, das Glitzern auf nassen Blättern, kleine Lichtfenster zwischen Wolken, ein Strahlen zwischen den Ästen der Bäume. Dabei versuche ich, mich in die Wärme des Lichtes zu fühlen. Ich nehme sie auf in mich.

Station 11 Oberneukirchen

GEGEBEN

„Der Mensch möge sich zugestehen, soviel er will, solange er nur daran denkt, dass gerechterweise auch dem Nächsten ebenso viel gewährt werden soll.“ Das formuliert der hl. Bernhard als Gebot.

Was teile ich mit anderen Menschen?

Wie könnte ich von meinem „Überfluss“ abgeben?

Wer braucht meine Hilfe?

 

Meditationstext für den Weg nach Neusserling

Eine Geschichte der chassidischen Juden, die uns der Philosoph Martin Buber überliefert hat, erzählt Folgendes: Ein alter Rabbi fragte einst seine Schüler, wie man die Stunde bestimmt, in der die Nacht endet und der Tag beginnt. „Ist es, wenn man von weitem einen Hund von einem Schaf unterscheiden kann?“, fragte einer seiner Schüler. „Nein“, sagte der Rabbi. „Ist es, wenn man einen Apfelbaum von einer Birke unterscheiden kann?“, fragte ein anderer. „Nein“, sagte der Rabbi. „Aber, wann ist es denn?“, fragten die Schüler. „Es ist dann, wenn du in das Gesicht irgendeines Menschen blicken kannst und darin deine Schwester oder deinen Bruder siehst. Bis dahin ist die Nacht noch bei uns.“

Station 12 Neußerling

GEGÖNNT

„Gönne dich dir selbst. Ich sag nicht: Tu das immer, ich sage nicht: Tu das oft, aber ich sage: Tu es immer wieder einmal.“ Obwohl die Zisterzienser dem einfachen Leben verschrieben sind, rät der hl. Bernhard auf sich zu schauen.

Was tue ich für meinen Körper und für meine Seele?

Wie kann ich achtsam mit mir selbst umgehen?

Wieviel Zeit nehme ich mir für eine innere Einkehr und ein Gebet? 

Meditationstext für den Weg nach Gramastetten

Ich spüre meinen Körper und mache gedanklich eine Reise von den Zehenspitzen bis hinauf zum Scheitel. Ich versuche dabei, meine Muskeln und Organe zu fühlen. Dabei merke ich vielleicht, dass ich mit manchen Stellen meines Körpers kaum in Kontakt bin. Mein Körper funktioniert wie ein Wunderwerk, meistens ganz selbstverständlich. Verdauung, Stoffwechsel, Herzschlag, nichts muss ich selbst aktivieren. Ich werde geatmet. In mir öffnen sich Dankbarkeit und Achtung. 

Station 13 Gramastetten

GEFÜLLT

„Das Rohr nimmt fast zur gleichen Zeit auf und ergießt wieder, was es aufgenommen hat; die Schale aber wartet, bis sie voll ist, und gibt so, was überfließt, ohne eigenen Verlust weiter.“ Der hl. Bernhard über die Fülle des Lebens.

Was erfüllt mich in meinem Leben bis zum Rand?

Hat der Glaube für meinen Alltag eine Bedeutung?

Kann ich aufnehmen und weitergeben?

Meditationstext für den Weg nach Ottensheim

Bernhard von Clairvaux weiß, dass man nur das geben kann, was man zuvor empfangen hat. Mit seinem Bild von „Schale“ und „Rohr“ macht er deutlich, dass es im Christsein immer zuerst um ein Erfülltwerden von der Liebe Gottes geht, die wir dann an andere weitergeben. Ich forme meine Hände zu einer Schale und schöpfe in der Rodl oder beim Gramastettener Waldbad Wasser in sie. Dabei lasse ich das Bild von Schale, Rohr und die folgenden Fragen in mich wirken. 

Station 14 Ottensheim

GEFÜHRT

„Wenn die Winde der Versuchungen sich erheben, wenn du in die Klippen der Trübsale gerätst, dann blick hin auf den Stern, ruf Maria an!“ Der hl. Bernhard orientierte sich an der Gottesmutter.

Was gibt meinem Leben Orientierung?

Was ist mir beim Pilgern neu bewusst geworden?

Was wird der nächste Schritt in meinem Leben sein?

Meditationstext für den Weg nach Wilhering

Bernhard bezeichnet Maria, die Mutter Jesu, als „Stern des Meeres“. In Zeiten ohne Kompass und Navi orientierten sich die Seeleute an den Sternen. Maria ist als „Stern des Meeres“ wie ein Navigationsgerät, das uns zu Jesus Christus, ihrem Sohn, führt. Am Ufer der Donau bei Ottensheim nehme ich mir Zeit, Rückschau zu halten auf die vergangenen Tage. Ich bin wieder zurück an der Donau, am großen Fluss, diesmal bin ich ganz bei mir „herüben“.

Station 15 Wilhering

GEWANDELT

Angekommen wieder im Stift Wilhering lasse ich in der Stiftskirche diese Worte in mir nachklingen:

Gesegnet | Gesammelt | Gereift | Gehört | Gemäßigt | Gemeinsam | Geträumt | Gerufen | Gehalten | Geliebt | Gegönnt | Gegeben | Gefüllt | Geführt | Gewandelt