Gesammelt

Station 2 Puchenau

Bevor Benedikt ein Kloster gründete, zog er sich in Subiaco, östlich von Rom, als Einsiedler in eine Höhle zurück. Dort „wohnte er bei sich selber vor dem Angesicht Gottes“.

 

Meditationstext zum Anhören

 

 

Meditationstext für den Weg 

nach Eidenberg

Was hindert mich oft daran, bei mir selbst zu „wohnen“?

Was hilft mir, mit mir selbst im Einklang zu sein?

Wo erlebe ich die Gegenwart Gottes?

 

Ich suche mir auf dem kommenden Weg nach Eidenberg eine Stelle, von der aus ich auf die Donau blicken kann. Der Fluss hat zwei Ufer, eines liegt für mich jenseits des Wassers und eines auf meiner Seite. Manchmal oder auch öfter bin ich nicht bei mir, sondern auf der „anderen Seite des Flusses“. In der Hektik des Alltags, herausgefordert von eigenen oder fremden Ansprüchen, lasse ich mich mitreißen. Ich blicke auf dieses Wunder Donau: Wasser, gesammelt aus der Tiefe der Erde, entspringt in der Quelle, wird zum Bach, zum Fluss, ist 2.850 km unterwegs. Sie wird  angereichert mit vielen anderen Flüssen, bis sie ins Meer mündet und den Kreislauf des Wassers schließt. Ich erlebe Gottes großartige Schöpfung.

Vom Donaustrand zur Koglerau, so lässt sich die Gemeinde an der „Linzer Pforte“, einer Engstelle der Donau zwischen Ottensheim und Linz, beschreiben. In einem schmalen, weniger als 2 km langen Talboden erstreckt sich beiderseits der Rohrbacher Bundesstraße ein bemerkenswert verdichteter Ort. Seit Anfang des 9. Jahrhunderts ist Puchenau als zuerst bayerische Siedlungskolonie dokumentiert. Ab dem 12. Jahrhundert war Puchenau teil des Herzogtumgs Österreich. Die heute so genannte Gemeinde entstand allerdings erst 1893 durch eine Abtrennung vom benachbarten Ottensheim. Bis nach dem 2. Weltkrieg sehr bäuerlich geprägt, entwickelte sich Puchenau zu einem beliebten Wohnort am Stadtrand von Linz. Besonders die vom Architekten Roland Rainer geplante Gartenstadt sorgte für regen Zuzug. Historischer Zeuge ist das aus dem 17. Jahrhundert stammende Schloss, wuchtig am nordwestlichen Anstieg jenseits der Bundesstraße gelegen. Ruinierte sich schon sein Erbauer, Graf Schallenberg, finanziell, wechselte es in der Folge häufig den Besitzer. Heute wird es für Wohnungen und als Businesspark genützt. Im Friedhof ist die alte Pfarrkirche (jetzt Friedhofskirche) sehenswert. Die neue Pfarrkirche wurde um 1975 nach Plänen von Roland Rainer gebaut und ist dem hl. Andreas gewidmet. Rainer orientierte sich dabei an armenischen Zentralkirchenräumen. Drei unterschiedlich hohe achteckige Zentralräume gliedern die Kirche und ihre Funktionen als zentraler Feierort, als Taufkapelle und als Werktagskapelle. Das Mauerwerk besteht aus alten handgeschlagenen Ziegeln. Seit dem 17. Jahrhundert wird die Pfarre Puchenau vom Stift Wilhering betreut.