Gegönnt

Station 12 Neußerling | Marktgemeindeamt Herzogsdorf

„Gönne dich dir selbst. Ich sag nicht: Tu das immer, ich sage nicht: Tu das oft, aber ich sage: Tu es immer wieder einmal.“ Obwohl die Zisterzienser dem einfachen Leben verschrieben sind, rät der hl. Bernhard auf sich zu schauen.

 

Meditationstext zum Anhören

 

 

Meditationstext für den Weg 

nach Gramastetten

Was tue ich für meinen Körper und für meine Seele?

Wie kann ich achtsam mit mir selbst umgehen?

Wieviel Zeit nehme ich mir für eine innere Einkehr und ein Gebet? 

 

Ich spüre meinen Körper und mache gedanklich eine Reise von den Zehenspitzen bis hinauf zum Scheitel. Ich versuche dabei, meine Muskeln und Organe zu fühlen. Dabei merke ich vielleicht, dass ich mit manchen Stellen meines Körpers kaum in Kontakt bin. Mein Körper funktioniert wie ein Wunderwerk, meistens ganz selbstverständlich. Verdauung, Stoffwechsel, Herzschlag, nichts muss ich selbst aktivieren. Ich werde geatmet. In mir öffnen sich Dankbarkeit und Achtung. 

Die „Novosedlo“ (böhmisch), Neusiedlung, stand dem Ortsnamen Neußerling Pate. Schon im 12.Jahrhundert wurde die Siedlung urkundlich erwähnt. Deutsche und slawische Kolonisten wagten den Aufbruch in neue Rodungsgebiete. Der Ort gehört heute zur Gemeinde Herzogsdorf. In Herzogsdorf und Neußerling treffen zwei große Stifte aufeinander. Während die Augustiner Chorherren von St. Florian für Herzogsdorf zuständig sind, ist Neußerling eine Filialkirche der Wilheringer Pfarre Gramastetten. Erst nach dem 2. Weltkrieg wurde ein Gotteshaus im Stil eines historisierenden Saalbaus in Neußerling errichtet. Bis dorthin feierte man die Heilige Messe etwas beengt in der Volksschule des Ortes. Es erstaunt daher nicht, dass der Volksschuldirektor treibende Kraft des Neubaus war. Mit selbstgebrannten Ziegeln und viel Eigenleistung der Pfarrangehörigen gelang das Werk inklusive Turm. Die Ausstattung der Kirche wurde nach und nach angeschafft. Die Orgel stand früher in Vorderweißenbach, der Hochaltar war von einem regionalen Tischler ursprünglich für eine Kirche in Treffling gemacht worden. Die Kirchenfenster nach Entwürfen einer Wiener Künstlerin datieren aus 1996. Das „unbefleckte Herz Mariens“ wacht über die Gläubigen. Ein besonderes Museum findet sich in der Luagschmiede. Dort wird die Entwicklung eines Handwerksbetriebes von der Schmiede im 16. Jahrhundert bis zur Traktorenwerkstatt im 20. Jahrhundert präsentiert. Eine Besichtigung der 1983 stillgelegten Schmiede ist gegen Voranmeldung möglich. Neußerling liegt auf 700 Meter mitten im Naturpark Mühlviertel. Eine beschauliche Atmosphäre liegt hier in der Luft.