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Station 10: Waxenberg | Marktgemeinde Oberneukirchen

„Offen liegt die barmherzige Liebe unseres Gottes, in der er uns besucht hat als das aufstrahlende Licht aus der Höhe.“ Damit kündet im Lukasevangelium Zacharias, der Vater Johannes des Täufers, die bevorstehende Geburt Jesu an.

 

Meditationstext zum Anhören

 

 

Meditationstext für den Weg 

nach Oberneukirchen

Wo erfahre ich Liebe in meinem Leben?

Wie gebe ich Liebe weiter?

Was heißt für mich Liebe?

 

Der Hl. Bernhard spricht unermüdlich von der Liebe Gottes und von der Antwort des Menschen darauf. Gottes Liebe zu den Menschen ist barmherzig. Gott liebt sie durch das Leid hindurch. In meiner Umgebung suche ich Lichtquellen: Sonnenstrahlen, das Glitzern auf nassen Blättern, kleine Lichtfenster zwischen Wolken, ein Strahlen zwischen den Ästen der Bäume. Dabei versuche ich, mich in die Wärme des Lichtes zu fühlen. Ich nehme sie auf in mich.

Wiewohl nur ein kleiner Ort, ist Waxenberg sehr geschichtsträchtig. Bald nachdem die ersten Wilheringer mit der Rodung der neuen Herrschaftsgebiete im Norden des Mühlviertels begonnen hatten, ließen sie im 12.Jahrhundert die Burg Waxenberg als Mittelpunkt der Rodungsherrschaft erbauen. Ein mächtiger Burgfried, den man auch besteigen kann, ist bis heute erhalten. Bei gutem Wetter bietet sich ein Alpenpanormablick. Das Geschlecht der Wilheringer starb allerdings bald aus und so folgten mehrere Adelsfamilien, bis die Burg schließlich 1647 an die Starhemberger verkauft wurde. Sie bauten sich im Ort ein komfortableres Schloss. Die Burg wurde durch Blitzschlag im 18. Jahrhundert zerstört. Dem Schloss wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein neues Schloss hinzugefügt. Die Schlosskapelle wurde 1785 zur Pfarrkirche von Waxenberg. Sie ist dem heiligen Josef gewidmet. In seiner Gesellschaft wachen in der Kirche auch der Heilige Camillus als Patron der Krankenpfleger und der Heilige Joachim als Patron der Eheleute. Ungewöhnlich ist die Figur des St. Ivo von Hälori, dem Patron der juristischen Berufe. Er erinnert, dass Waxenberg lange Sitz der Gerichtsbarkeit war. Während des Ständestaates diente das Schloss der Heimwehr, dessen Leiter Ernst Rüdiger von Starhemberg war, als Stützpunkt. Ein Anschlag der lokalen Nationalsozialisten mit einem Toten schaffte es 1936 sogar in die internationalen Schlagzeilen. 1938 wurde das Schloss von den Nationalsozialisten enteignet und während des Krieges zum Lager für sogenannte Volksdeutsche umfunktioniert. Heute wird das Schloss für Veranstaltungen genutzt und als Büro der örtlichen Wassergenossenschaft.