Gehalten
Station 9: Traberg | Marktgemeinde Oberneukirchen
„Kein weiter Weg, sage ich, wird dir gezeigt: Geh nur in dich und begegne dort deinem Gott!“ So lautet eine Weisung des hl. Bernhard.
Meditationstext zum Anhören
Meditationstext für den Weg
nach Waxenberg
Wo finde ich Halt in meinem Leben?
Kann ich Stille aushalten?
Welche Bedeutung hat die Heilige Schrift für mich?
Ich hebe unterwegs einen Stock auf, umgreife ihn, halte ihn fest in meiner Hand und fühle die Stärke dieses Holzes. Das lasse ich eine Weile auf mich wirken.Die Landschaft des oberen Mühlviertels lädt mich ein, in mich zu gehen, Gedanken zurückzulassen und mich von der Natur beschenken zu lassen. Heute muss ich nichts müssen. Ich darf einfach so sein, wie ich bin. Einfach sein. Ich lasse mich gehen.
Der Ort „liegt sehr hoch auf dem Droberge“, die Gegend sei „bergig und waldig und somit auch kalt“, zudem habe man „viele Leinwandbleichen, weil sich die Einwohner meistens mit dem Flachsbau und Spinnen ernähren müssen“. Das notierte Ignaz Gielge in seiner Beschreibung der oberösterreichischen Orte 1814. Obwohl die Gegend seit dem 13. Jahrhundert gerodet, besiedelt und dem Stift Wilhering zugeordnet war, blieben die Lebensverhältnisse der Kleinbauern mühsam, bis man auch in Traberg von den Reformen Kaiser Joseph II. profitierte. Damals erbaute man die Kirche, das Schulhaus und den Pfarrhof „neu und geschmackvoll“, wie der Zwettler Zisterzienser Johann von Frast vermerkte. Die Kirche sei „niedlich und für das Pfarrvolk geräumig genug“. Der spätbarocke Saalbau mit Einrichtung aus dem späten 19. Jahrhundert – sie ist jüngeren Datums, weil die frühere Pfarrkirche bei einem Brand völlig verwüstet wurde - lohnt einen Besuch. Den Grund für die Neubauten stiftete der damalige Besitzer des Priglingergutes. Für ihn werden noch heute nach jedem ersten Gottesdienst am Sonntag drei Vaterunser gebetet. Heute ist der auf fast 900 Meter gelegene Ort ein attraktiver Wohnort mit vielen aktiven Vereinen und einem engagierten Bioenergieverbund. Vor allem aber schätzen Wanderer und Naturliebhaber den Ort für ihre Expeditionen. Die über Jahrhunderte so wichtigen bäuerlichen Webereien sind verschwunden. In den Ortsteilen Ahorn und Unterwaldschlag sind zwei spezialisierte Betriebe erhalten geblieben. Eine „Brücke der Begegnung“ am Waldschlägerbach verbindet seit 2002 symbolisch die Katastralgemeinden Oberneukirchen, Waxenberg und Traberg.