Gerufen

Station 8: Vorderweißenbach

Zusammen mit anderen Gefährten trat Bernhard von Clairvaux, ein junger Adeliger, in das erste Zisterzienserkloster im französischen Citeaux ein.

 

Meditationstext zum Anhören

 

 

Meditationstext für den Weg 

nach Traberg

Was ist die Berufung meines Lebens?

Wo decken sich Beruf und Berufung?

Höre ich einen Ruf Gottes in meinem Leben?

 

Im Innenhof des Pfarrhofes in Vorderweißenbach plätschert ein künstlerisch gestalteter Brunnen. Wasser bewegt. Es trägt unzählige Informationen in sich, es reinigt, löscht den Durst. Ohne Wasser existiert kein Leben. Durch Wasser bleibt etwas im Fluss. Vielleicht höre ich hier den Ruf, zu den Quellen des Lebens zu gehen. „Alle meine Quellen entspringen in dir, mein Gott.“ So lautet der Schlussvers des 87. Psalms. Vor dem Bild „Maria Verkündigung“ im Innenhof des Pfarrhofes von Vorderweißenbach kann ich zu den Fragen des Pilgerweges meditieren.

Am hellen, lichten Bach gelegen, das verspricht der Ortsname des ruhigen Mühlviertler Marktes. Zumindest seit 700 Jahren weiß man von seinem Bestand. Wie in vielen anderen Orten auch, lässt sich an der Kirche die lange Geschichte ablesen. Vom Steinbau des 11. Jahrhunderts zeugen noch zwei romanische Kapitelle, die freistehende Säulen beim Marienaltar bis heute schmücken. Nach den Wirren der Reformation wurde die dem Heiligen Nikolaus geweihte Pfarrkirche im Barock gründlich renoviert, der bis dahin freistehende Turm und der Kirchenraum wurden verbunden. Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Kirchenraum gedreht und ein neuer Hochaltar montiert. 1983 wurde nochmals um- und zugebaut. Ausgehend vom heutigen Kriegerdenkmal kann man ein Stück Wirtschaftsgeschichte des Ortes erkunden. Früher stand an diesem Ort die „Löfflergruft“. Die Löfflers waren Leinen- und Kolonialwarenhändler sowie Bierbrauer in Hinterweißenbach. Ihren Wohlstand macht das denkmalgeschützte „Löfflergut“ bis heute offenkundig. Die Grenznähe soll einen der Löffler-Brüder auch zum ausgedehnten Schmuggel von Waffen, versteckt in ausgehöhlten Baumstämmen, in die Türkei verlockt haben. Die waldreiche Gegend zog immer schon Jäger an. Familie Starhemberg baute sich im 18. Jahrhundert ein bis heute existierendes Jagdschloss im Brunnwald. Das Mühlviertel verbindet bekannterweise häufig Tradition und Innovation. So entstand für die Energieversorgung 2003 der Windpark Sternwald mit neun weithin sichtbaren Windrädern. Er versorgt fast 8000 Haushalte mit Strom, ist somit der größte Windpark Oberösterreichs, und erfreut als beliebtes Ausflugsziel.