Gemeinsam

Station 6: Bad Leonfelden

„Die Mönche sollen einander in gegenseitiger Achtung zuvorkommen.“ Was in der Regel des Hl. Benedikt formuliert ist, gilt für alle Menschen.

 

Meditationstext zum Anhören

 

 

Meditationstext für den Weg 

nach Hohenfurth

Was sind für mich Freude und Last eines Lebens in Gemeinschaft?

Was trage ich zu einer Gemeinschaft bei?

Wo werde ich von anderen unterstützt?

Am Vorplatz der Bründlkirche in Bad Leonfelden und am folgenden Weg beobachte ich die Bäume: Manche stehen allein, aufrecht, sie breiten sich in Fülle aus, ihre Form ist klar ausgeprägt, allerdings sind sie mehr als andere den Winden ausgesetzt. Andere wachsen eng beisammen, fast ineinander, einige ergänzen sich, andere behindern sich in ihrer Entwicklung. Nachdenklich stelle ich eine Verbindung von den Bäumen zu meinen eigenen Beziehungen her

Dieser Ort sah schon viele durchziehen, nicht immer waren es friedliche Kurgäste. Mehrfach wurde Bad Leonfelden in der Geschichte durch marodierende Truppen verwüstet und in Brand gesetzt. Die immer wieder neu aufgebaute Pfarrkirche legt Zeugnis davon ab. Die Reste einer „Schwedenschanze“ im Ortsteil Rading zeugen von den fernen, ungebetenen Gästen während des 30jährigen Krieges. Hinter diesen Befestigungsanlagen verschanzte man sich mit Vieh und Kind. Aber es kamen auch Kaufleute durch, die mit Salz und Fischen handelten. Die „Eiserne Hand“, eine zwei Meter hohe Steinsäule, die früher an Markttagen mit einer eisernen Hand bestückt war, zeigt seit dem 9. Jahrhundert eine Weggabelung der wichtigen Salzstraße an. In der Sowjetzeit lag man hart an der Grenze zur Tschechoslowakei. Vom „Hausberg“, dem Sternstein, kann man auf einer Aussichtswarte weit in heimisches und fremdes Land blicken. Jene, die von jenseits der Grenze am Ende des 2. Weltkrieges als Deutsche vertrieben worden sind, erkoren die Kirche Maria Schutz am Bründl zu ihrer Gedenkstätte. Älteren Datums ist das Bürgerspital mit der Spitalkirche. Das Bauwerk mit sehenswerten Fresken aus dem 16. Jahrhundert dient allerdings schon seit 200 Jahren anderen Zwecken, derzeit als Kultursaal. Bad Leonfelden ist aber auch von europäischer Bedeutung. Im Ortsteil Oberlaimbach markiert ein Granitstein die europäische Hauptwasserscheide. Südlich fließt alles in Schwarze Meer, nördlich in den Atlantischen Ozean. Wer Erinnerungen auffrischen möchte, ist im Schulmuseum der Stadt richtig. Nicht versäumen sollte man einen Besuch in der Lebzelterei Kastner.