Gehört

Station 4 Geng | Gemeinde Eidenberg

In der Ordensregel des heiligen Benedikt heißt es: „Höre, mein Sohn, auf die Weisung des Meisters, neige das Ohr deines Herzens.“

 

Meditationstext zum Anhören

 

 

Meditationstext für den Weg 

nach Zwettl

Welche Erfahrungen habe ich mit dem Hören auf Menschen, Natur und Gott?

Was behindert ein Hören, das wahrnimmt?

Was hilft, um richtig zu hören?

 

Das erste Wort der Regel des Hl. Benedikt ist ein Aufruf zum Hören. Das kann ein wichtiger Hinweis sein in einer  lauten Zeit, die uns oft taub für die innere Stimme macht. Aus dem rechten Hören aufeinander erwächst der Gehorsam. So sagt es der Hl. Benedikt. Im Unterwegssein konzentriere ich mich an diesem Tag auf das Hören. Was nehme ich wahr? Vogelgezwitscher, den Wind, Laub, das unter meinen Füßen raschelt, einen Menschen, der mich  anspricht. Dabei spüre ich in mich, was diese Töne und Geräusche in mir auslösen.

Man wohnt nicht in Geng, sondern „In der Geng“. Dieser Ortsteil von Eidenberg besteht nochmals aus Obergeng und Untergeng, Schiefegg, Edt, Felsleiten und der Staubgasse. Woher der Name Geng kommt? Vermutlich von Gang, Durchgang: Hier erreicht die nördlich von Gramastetten das Engtal der Rodl verlassende, auf der Anhöhe nach Norden führende (Saum-) Straße nach Zwettl wieder das Flusstal, sodass ab hier wieder der Durchgang durch das Tal möglich ist. Auch in dieser Gegend hat das Christentum zumindest vor 800 Jahren Einzug gehalten, obwohl in der Untergeng erst seit 1953 eine Kirche steht. Ein Kirchenbauverein, bis heute Eigentümer des Gotteshauses, überzeugte damals den Abt von Wilhering, den Landeshauptmann und den Bischof von Linz von seinem Vorhaben. Das Gotteshaus wurde mit tatkräftiger Unterstützung der Gemeindebürger errichtet und 1953 wurde es von Bischof Franziskus Salesius Zauner der leiblichen Aufnahme Mariens geweiht. Geng war durch die Jahrhunderte bäuerlich geprägt. Einzelne Höfe fanden sich bereits namentlich im Wilheringer Urbar von 1285. Die Kleinhäusler des Ortes ernährten sich von der Weberei. Noch 1826 gab es in der Geng drei gewerbliche Leinwandbleichereien. Als 1830 die großen Webereien in Haslach und Helfenberg gebaut wurden, kehrte bei den Gengern die Not ein. Von 1938 bis 2015 gingen die Kinder der Untergeng sogar in die eigene zweiklassige Orts-Volksschule. Besonders lange, bis in die 1980er-Jahre, existierte das Gasthaus „Kuhwirt“ in Berndorf. 1652 gründete es das Stift als „Leutgebhaus“ zur Ausschank von Bier und Wein. Der Autobus, der ab 1931 von Untergeng nach Linz unterwegs war, hieß übrigens „ Grüner Anton“, benannt nach dem Genger Begründer der Buslinie, Anton Freller.