Gereift
Station 3: Eidenberg
Die ersten Versuche von Benedikt, eine Mönchsgemeinschaft zu leiten, scheiterten.
Meditationstext zum Anhören
Meditationstext für den Weg
nach Geng
Wobei bin ich in meinem Leben schon gescheitert?
Habe ich erlebt, dass an den Bruchlinien des Lebens Neues entstehen kann?
Welche Pläne, die das Leben durchkreuzt hat, möchte ich Gott anvertrauen?
Werden und Vergehen, Ende und Neubeginn kann ich auch in der Natur erleben. Gehe ich durch den Wald, nehme ich zum Beispiel Spuren vergangener Stürme wahr. Auf Totholz entdecke ich neue, junge Pflanzen. Aus Kahlstellen sprießt es wieder. Auch in meinem Leben ist vieles nicht immer glattgegangen. Brüche, Scheitern, Abschiede machen mir zu schaffen. Und doch kann mit der Zeit manches verwandelt
werden. Neues wächst. Der Musiker Leonard Cohen singt: “There is a crack in everything. That’s how the light gets in.” , „Es gibt in allem einen Riss. So kommt Licht hinein.“
Die enge Verknüpfung des Mühlviertler Ortes mit dem Stift Wilhering ist unübersehbar. Der mächtige Meierhof des Stiftes, eine vierflügelige Anlage, wird heute als Pfarramt, Pfarrheim, für eine Spielgruppe, für Wohnungen, Büros und Veranstaltungssaal genutzt. Beim Neubau des Meierhofes Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die heutige Kirche errichtet. Der Rokokoaltar stammt aus dieser Zeit, ebenso die spätbarocke Ausstattung. Die Kirche verfügt über ein dreifaches Patrozinium und war ursprünglich als Wallfahrtskirche konzipiert: der Geißelheiland von der Wies, die Gottesmutter Maria und der hl. Leonhard. Letzterem ist das Vieh, speziell die Pferde, anvertraut. Ihm zu Ehren wird seit den 1950er-Jahren im November der Leonhardi-Ritt abgehalten. Die 1904 von Leopold Breinbauer gebaute Orgel gilt als besonders wertvoll. Breinbauer hatte seinen Betrieb übrigens in der ehemaligen Wilheringer Spitalskirche in Ottensheim. Eidenberg ist heute ein beliebter Wohnort mit sehr reger Vereinskultur. Die weitläufige, hügelige Gegend sollte man am besten erwandern. Zu zwei Kapellen in Eidenberg gibt es besondere Geschichten. An der sogenannten Wolfgangkapelle findet sich ein Stein mit sonderbaren Vertiefungen. Diese sollen entstanden sein, als der hl. Wolfgang bei einer Rast dort seinen Hut abgelegt hatte. Die Steingasser-Kapelle wurde erbaut, um den Seelen von drei geizigen Schwestern zur Ruhe zu verhelfen. Diese hatten dort, so erzählt man, einen Schatz vergraben, den sie niemand anderem gönnten. Zur Strafe fanden ihre Seelen, die als drei Lichter herumirrten, erst Ruhe, als man an der Stelle eine Kapelle erbaut hatte. Den Schatz hat bis heute keiner gefunden.