Geführt
Station 14 Ottensheim
„Wenn die Winde der Versuchungen sich erheben, wenn du in die Klippen der Trübsale gerätst, dann blick hin auf den Stern, ruf Maria an!“ Der hl. Bernhard orientierte sich an der Gottesmutter.
Meditationstext zum Anhören
Meditationstext für den Weg
nach Wilhering
Was gibt meinem Leben Orientierung?
Was ist mir beim Pilgern neu bewusst geworden?
Was wird der nächste Schritt in meinem Leben sein?
Bernhard bezeichnet Maria, die Mutter Jesu, als „Stern des Meeres“. In Zeiten ohne Kompass und Navi orientierten sich die Seeleute an den Sternen. Maria ist als „Stern des Meeres“ wie ein Navigationsgerät, das uns zu Jesus Christus, ihrem Sohn, führt. Am Ufer der Donau bei Ottensheim nehme ich mir Zeit, Rückschau zu halten auf die vergangenen Tage. Ich bin wieder zurück an der Donau, am großen Fluss, diesmal bin ich ganz bei mir „herüben“.
Der Donau verdankt Ottensheim eine reiche Geschichte. Funde der Besiedelung gehen bis in die Jungsteinzeit und die Hallstattzeit zurück. Die Römer errichteten vor 2.000 Jahren einen Wachturm, auf dessen Fundament später eine Burg und schließlich Schloss Ottensheim errichtet wurde. Burgherr Ritter Otini ist für die Namensgebung des Ortes verantwortlich. Schon 1228 erhielt Ottensheim das Marktrecht und ist so der älteste Markt des Mühlviertels. Im Mittelalter schützte eine Mauer mit drei Toren den Ort. Der „innere“ und der „äußere“ Graben existieren als Straßennamen bis heute. Während der Reformation lieferte sich der protestantische Burgherr heftige Auseinandersetzungen mit dem katholischen Kloster Wilhering. Dieses ist noch immer in der Pfarrseelsorge aktiv. Eine Rollfähre über die Donau verkürzte den Weg zueinander. Im 16. Jahrhundert wurde die Pfarrkirche fertiggestellt. Das Langhaus beeindruckt mit einem schönen Kreuzrippengewölbe. Der Hochalter ist neugotisch, der Volksaltar wurde in den 1990er-Jahren vom einheimischen Künstler Wolfgang Stifter gestaltet. Die Kirche ist dem hl. Ägidius gewidmet. Der war ein griechischer Kaufmann und päterer Abt. Er ist einer der 14 Nothelfer und steht – mit einer Hirschkuh zu seinen Füßen – auch für den Bezug des Menschen zur Schöpfung. Als Handelsort am Fluss mit Maut, Zoll und Warenumschlag gelangten die Ortsbürger zu Wohlstand. 1899 zerstörte ein Brand große Teile des Marktes und der Kirche. Nicht nur danach, sondern auch im Jahr 2001 wurde der Marktplatz neugestaltet. Vom Stararchitekt Boris Podrecca, der ein neues Konzept eines Kommunikationmszentrums umsetzte. Ottensheim hat eine lebendige Kulturszene und ist mit Linz auch durch einen „Donaubus“ zu Wasser verbunden.